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Neues Buch von Jessica Comeau
#1
Thumbs Up 
Hallo zusammen,
Habe grad in FB gesehen das es ein Neues Buch von Jessica Comeau gibt.
"Cantigas de Santa Maria" 12 mittelaltrerliche Stücke / 13. Jahrhundert / Spanien
Anfixen  zu der Musik kann man sich bei Youtube.
Ich habe schon die beiden anderen Bücher von Ihr. Meist gibt es verschiedenen Schwierigkeitsstufen für jedes Lied. Ich spiele sehr gern ihre Stücke, die Notation ist gut verständlich geschrieben und meist mit leicht erlernbaren Griffen.
Ich werde mir das Buch auf alle Fälle besorgen.

Mehr Infos gibt es sicher auf ihrer Webseite.

Liebe Grüsse
Anja
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#2
Hi Anja,

in etwa 2012 konnte ich mit meinem Hammered Dulcimer und Flöten in einem Projekt-Orchester mitspielen - wir hatten zwei Aufführungen mit ausgewählten "Cantigas de Maria" - die Stücke haben mir sehr sehr gut gefallen, so dass ich gestern dieses E-Book von Jessica gekauft habe.  Smile   Ich habe noch nicht reingeschaut - bin sehr gespannt...

Liebe Grüße
Ariane
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#3
Information 
(08.08.2019, 17:06)Ariane schrieb: ... so dass ich gestern dieses E-Book von Jessica gekauft habe.  Smile   Ich habe noch nicht reingeschaut - bin sehr gespannt...

Dann hoffe ich, dass Du uns den Link noch verrätst auf Jessicas Seite und ganz toll wäre natürlich, wenn Du Deine Eindrücke des Buches mit uns hier teilst Angel

Frohes Stöbern.

Gruß Rainer
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#4
Voller Vorfreude habe ich mir letzten Samstag mein frisch bestelltes E-Book "Cantigas de Santa Maria" von Jessica Comeau vorgenommen und die mittelalterlichen Lobpreisungen Mariens aus dem 13. Jahrhundert durchgespielt.

Ich muss sagen, ich war anfänglich irritiert darüber, dass sie so gar nicht gut in meinen Ohren klangen und hatte mir die Arrangements von Jessica schöner vorgestellt...ich war ein wenig enttäuscht.

Und dann war mir aufgefallen, dass bei allen Stücken (bis auf zwei) in der Tabulatur für die Note "E" eine 0 notiert war (demzufolge als "D") und habe Jessica meine Beobachtung etwas unsicher fragend über eine Facebook-PN mitgeteilt.

Jetzt kommt die Lösung: Sie hatte mir gleich sehr nett geantwortet und erklärt, dass das kleine "c1" oberhalb des "DAD" am Anfang jeder Tabulaturzeile bedeutet, dass ein Kapodaster auf den 1. Bund gehört - dies war im Eingangstext des E-Books nicht erwähnt, nur, dass ein paar Stücke einen Kapodaster benötigen, manche nicht (Zitat: "...My arrangements are primarily in D-A-D tuning (with or without a capo) for the sake of consistency..."). 

Nach diesem nicht unbedeutenden "Aha-Effekt" Smile war die Dulcimer-Welt wieder in Ordnung und die Stücke klangen gleich viiiel schöner - und auch viiiel mittelalterlicher!   

Da ich Musik des Mittelalters - allem voran die wechselnden rhythmischen Betonungen mit Hemiolen/Synkopen - sehr mag, gefallen mir diese Cantigas sehr gut.

Nach meinem Dafürhalten sind viele von ihnen von einem fortgeschrittenen Anfänger bereits gut zu spielen, da das Melodiespiel auf der hohen d-Saite im Vordergrund steht, das in gewissen Abständen von einem Akkord begleitet wird - oft nur mit den beiden zusätzlichen offenen Bordunsaiten aber auch mit auf allen drei Saiten gegriffenen Akkorden.

Zwei der 12 Cantigas benötigen einen 1 1/2 Bund - was auf ihrer Homepage (https://www.jessicacomeaudulcimer.com/products.html) bei der Beschreibung des E-Books nicht erwähnt wird.

Im E-Book selbst schreibt sie: "...Several arrangements require a 1 1/2 fret; if your instrument does not have one, it is easy to create a temporary fret by using the appropriate gauge of guitar string or wire..."

Zusätzlich zu den Standard-Versionen von zwei Cantigas bietet Jessica jeweils noch eine ausgeschmücktere Version an. 

Eine weitere Cantiga ist in zwei verschiedenen Stimmungen notiert - in einer "corrected B flat" und einer "modal version" - der Grund liegt in einer Inkonsequenz im Original-Manuskript dieser Cantiga und so stellt Jessica beide Versionen zur Verfügung.

Der Kapodaster im 1. Bund wird in 9 der 12 Cantigas benötigt, zwei der Cantigas sind in DGD gestimmt, zwei lassen sich in DAD ohne Kapo spielen.

Die Stücke gehen nicht über den 8. Bund hinaus, was sehr angenehm zu spielen ist.

Vier der Cantigas stehen im 4/4 Takt, 8 Stücke im 6/8 Takt.

Die verfügbaren Midi Dateien geben die Cantigas mit dem dafür typischen Keyboardsound wieder - sind also nicht von einem Mountain Dulcimer eingespielt. Sie geben aber einen guten Anhaltspunkt bzgl. Melodie, Rhythmik und Tempo. 

Wobei das mit dem Tempo so eine Sache ist. Ich habe Jessica noch gefragt, woher man weiß, in welchem Tempo die Cantigas jeweils gesungen bzw. gespielt wurden - sie sagte, dass es mehr oder weniger dem Interpreten obliegt, das jeweilige Tempo auszuwählen.

Wer mag - hier ist noch ein bisschen Hintergrund-Info: die "Cantigas de Santa Maria" sind Lieder für die heilige Maria und eine der größten Sammlungen (420 Gedichte) von Liedern des Mittelalters. Es heißt, sie wurden von König Alfonso X (der Weise, 1221-1284) gesammelt. Er sah es als kulturelles Projekt an - zusätzlich diente es seinem persönlichen Seelenheil.

Viele der Lieder wurden mit aufwändigen Miniaturen verziert (einige sind in diesem E-Book - leider nicht farbig - wiedergegeben.)

Bis heute sind insgesamt noch 4 Kopien erhalten.

Sie handeln hauptsächlich von Wundern, Heilung, Wallfahrts-Abenteuern und sind mal ehrfürchtig/meditativ, mal effektvoll/belustigend. 

Die Originalsprache ist Galizisch-Portugiesisch, die im Mittelalter die höfische Sprache Spaniens war.

Würde mich freuen, wenn meine Buch-Beschreibung Euch gut informiert hat.

Viele Grüße
Ariane
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Bedankt hat sich: Anja Zocher , Brigitte , dora71 , DiKi
#5
Liebe Ariane, vielen Dank für deine Ausführungen, auch wenn sie mich ein klein wenig erschlagen haben, Anfängerin eben....
Sehr interessant auch die geschichtliche Ausführung. Ich mag es, wenn man auch über den Hintergrund, was man spielt, informiert ist.
Viele Grüße
Brigitte
einmal Dulcimer - immer Dulcimer!
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Bedankt hat sich:
#6
Liebe Brigitte,

vielen Dank fürs Durchlesen  Smile  ...und bezüglich der Infos dachte ich mir: "Wennschon, dennschon!"  Big Grin - so ist für jeden was dabei und man kann sich die Sachen/Themen, die einen interessieren beim Lesen ja quasi selbst "rausfiltern".  Smile

Ja, ich finde den Hintergrund eines Stückes auch immer sehr interessant und nicht unbedeutend für die Art der Interpretation.

Liebe Grüße
Ariane
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