Themabewertung:
  • 0 Bewertung(en) - 0 im Durchschnitt
  • 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
Wurmlöcher im Instrument
#1
Lightbulb 
Als ich vor ca. 2 Jahren bei einer Intrumentenlieferung aus den USA einen McSpadden Dulcimer mit „Holzwurmlöcher“ in den Händen hielt, konnte ich es kaum fassen. Jeder deutsche Instrumentenbauer würde solche Wurmlöcher sofort schließen und entsprechend kaschieren. Doch ich wurde eines Besseren belehrt.
Amerikanischen Instrumentenbauer ticken da anders. Und zurecht. Natur ist Natur! Den Klang eines Dulcimers beeinflussen die kleinen Löscher keineswegs. Und optisch finde ich die Löcher mittlerweile sehr interessant.
Auch in der Dulcimus Jubiläumsserie gibt es deshalb einige Instrument bei denen man sagen kann:
„Da war mal der Wurm drin“.  Entscheidend ist der Klang!
Also keine Angst vor Wurmlöcher – es sei denn ihr findet dazu noch etwas Holzmehl unter dem Instrument– dann würde ich von solch einem Instrument abraten- denn dann seid ihr nicht alleine beim Musizieren - dann ist wirklich der Wurm drin! Smile
                   
Zitieren
Bedankt hat sich:
#2
Wink 
Und ich dachte schon anhand des Titels, dass Dich Deine Instrumente in eine andere Dimension spielen  Big Grin

Waren Wurmlöcher nicht ursprünglich so etwas?

Späßle gemacht.  Angel

Natur finde ich immer gut, auch bei Instrumenten. Danke für die Bilder. 

Schönes Wochenende. Rainer
Zitieren
Bedankt hat sich:
#3
Na ja ... Die Firma McSpadden hat seit 1962 wohl 62000 Dulcimer verkauft. (!!!) Wenn die beim Holzhändler Holz kaufen, müssen die den gesamten Stapel von 2 Meter Höhe unbesehen abnehmen. In der Werkhalle müssen sie dann schauen, was sie daraus machen.
Wenn ich als individueller Instrumentenbaumeister in D  beim Holzhändler 20 Stücke kaufe, bin ich schon sehr versucht, den ganzen Stapel durchzusehen nach den besten Stücken. Meist gelingt mir das auch ! Aber selbst, wenn ich ein solches Holz hätte, würde ich ein schmaleres Instrument daraus machen, damit die Wurmlöcher außen vor bleiben. Wenn es nicht zu vermeiden ist, das wurmstichige Holz zu verwenden, hätte ich die Wurmlöcher entsprechend der Größe des Schadens mit verschieden großen Ebenholz-Rundlingen auf der hellen Seite kaschiert und mit hellen Ahorn-Rundlingen gespiegelt auf der dunklen Seite eingefügt, obwohl dort kein Schaden war. Eine andere Möglichkeit ist dann auch, mit 2 Sorten Perlmutt zu arbeiten. Das macht den Unterschied zwischen fabrikmäßig hergestellten Instrumenten und solchen, die unter kunsthandwerklichen Überlegungen gestaltet sind. Diese Überlegungen sind ganz unabhängig vom Klang, der trotz Wurmlochschadens recht gut sein kann. Unter ästhetischen Gesichtspunkten fallen aber die Wurmlöcher unten durch - da hilft auch kein "whitewashing".

Mit musikalischen Grüßen
Wilfried
Zitieren
Bedankt hat sich:
#4
Big Grin 
...bei Antiquitäten-Fakes werden mit der Schrotflinte Löcher reinegeschossen damit sie schön alt wirken. Also Feuer frei... Big Grin
Zitieren
Bedankt hat sich:
#5
Video 
Dulcimers built with poor wood which has badly filled wormholes is not good! But some of my best sounding dulcimers are deliberately made of wood which is full of wormholes - it makes the wood lighter and more resonant. Wormy chestnut is the most common, but I also have a dulcimer made from wormy butternut.
The chestnut tree was decimated by blight in the early 1900s in the USA but old buildings and old fences have been re-cycled for use in high quality instruments.  Attached are pictures of a wormy chestnut Clifford Glenn dulcimer from 1983 and two different Sam Carrell dulcimers from 1976 and 1982, the teardrop wormy butternut, the hourglass a baritone wormy chestnut dulcimer.  Geoff Black, Revels Music revelsmusic.co.uk


Angehängte Dateien Thumbnail(s)
           
Zitieren
Bedankt hat sich: DiKi


Gehe zu:


Benutzer, die gerade dieses Thema anschauen: 1 Gast/Gäste